Sorry, this entry is only available in German and French. For the sake of viewer convenience, the content is shown below in one of the available alternative languages. You may click one of the links to switch the site language to another available language.

In diesem 2. Kapitel rund um die gängigen Ernährungslügen geht es um das wohl weit vertreitetste Lebensmittel in unserer westlichen Welt und mittlerweile unser Grundnahrungsmittel Nummer 1: das Getreide, insbesondere der Weizen.

Ist Getreide wirklich so gesund?

shutterstock_227784439

Morgens ein Omelett, Mittags ein, oder zwei hartgekochte Eier im Salat und Abends eine Avocado mit frischer Mayonnaise (Achtung Fettqualität!) und schon kommt die Frage: “Findest Du nicht, dass Du zu viele Eier isst?”.

Normalerweise müsste ich über so eine Frage herzhaft lachen, wäre sie in Wirklichkeit nicht so traurig. Denn der folgende kulinarische Tagesablauf wirft offensichtilch immer noch keine Fragen auf: Morgens ein Croissant oder, wer es lieber “gesund” mag irgendwelche Flocken oder Müslis wo möglichst Fitness oder ähnliches drauf steht, Mittags ein Teller Nudeln und Abends eine Pizza. Angesichts dieser Flut an Zucker und Getreide müsste die Frage eigentlich lauten: “Findest Du nicht, dass Du zu viel Zucker und Getreide isst?” Aber nein, da kommt nichts. Diese Art der Ernährung wird offensichtlich immer noch als vollkommen normal und gesund eingestuft.

Dabei ist dieses “Tagesmenü” alles andere als gesund: krank machende Insulinschwankungen, chronische Entzündung und – auf Dauer – eine Schädigung der Darmflora sind die noch harmlosesten Folgen. Hinzu kommt, dass weder Getreide noch Zucker den geringsten Nährwert mit sich bringen, die diese Schädigungen rechtfertigen würden.

shutterstock_66486028

Eier hingegen – allerdings nur die von gesund ernährten Freilandhühnern – haben keinen Einfluss auf die Hormone, bieten viele Vitamine, wertvolle Spurenelemente und gesunde Fette (besonders im Eigelb!). Zudem ist längst bewiesen (allerdings nicht beworben und daher kaum gewusst) dass sie KEINEN EINFLUSS auf den Cholesterinspiegel haben. Und zudem hat ein hoher Cholesterinspiegel überhaupt keinen Einfluss auf Herzkrankheiten.  Das Ei bietet, nebst vielen anderen gesunden Lebensmitteln, wertvolle Proteine, gesättigte Fette, Vitamin A, Mineralstoffe und sind folglich ein wunderbarer Quell von Kraft, Energie und Gesundheit.

All dies ist längst gewusst

… vor allem von jenen, die sich -aus welchem Grund auch immer – im Detail dafür interessieren.

Und für die anderen? Die, die sich einfach nur darauf verlassen möchten, dass das, was ihnen von offizieller Seite zugetragen wird, auch stimmt?

Nun ja…

Tja für all die, und das ist leider der Grossteil unserer Bevölkerung, wird vor allem das Getreide als wertvolle, gar unerlässliche Energiequelle gepriesen, nicht nur für jene, die sportlich sind sondern auch für jene, die es gerne wären oder einfach nur so abnehmen möchten.

Und so schmücken unzählige Produkte die Regale der Supermärkte und werben für Kraft, Energie, Fitness und Gesundheit und ihr Marketing fängt schon bei den Kleinsten an. Oder warum wohl sieht man auf den Verpackungen der bekanntesten Flocken sonst wohl so putzige, bunte Bilder mit tanzenden Kühen, lachenden Hühnern oder singenden Affen? Das nennt man bekanntlich Konditionierung und sie funktioniert nicht nur bei Tieren! Die Produkte versprechen uns alle einen kraftvollen, energiegeladenen Start in den Tag, viele Ballaststoffe für eine gute Leistung, eine schlanke Linie, kurz: einen perfekten Tag. Schauen Sie sich die Aufschriften auf den Etiketten an und fragen Sie sich einfach mal: muss auf einem Rosenkohl ein Etikett draufgeklebt werden mit der Aufschrift: “gesund”?

shutterstock_247156987

Nahrung ist Medizin!

Es gibt Lebensmittel, die Ihre Gesundheit fördern und es gibt jene, die sie vernichten. Der Körper hat im Laufe der Evolution gelernt, toxische Substanzen recht schnell zu eliminieren um eine Vergiftung zu vermeiden. Auf eine Überdosis Zucker (und diese ist heute sehr schnell erreicht)  – und leider muss auch Getreide zu dieser Kategorie dazu gezählt werden – schickt der Körper Insulin in den Kreislauf, um den Zucker schnell zu eliminieren. Da nur die Glycogenspeicher nur sehr klein sind und also nur ein Minimum davon als Energiespeicher dienen kann, wird der Rest davon in … FETT umgewandelt.

Während dieses Vorgangs ist der Körper in Alarmbereitschaft. Er stoppt also die Fettverbrennung um den Zucker loszuwerden. Da die Glycogenspeicher bei der Art von Ernährung die uns von der Industrie suggeriert wird, sowieso schon voll sind, kommt noch etwas mehr in die Fettspeicher dazu. Fett dient nämlich evolutionstechnisch gesehen zur … Energiebereitstellung. Nur haben die meisten unserer Körper verlernt, das Fett zu nutzen, da der Körper sich stets im Insulinrausch befindet und … nachdem der Zucker in die Fettzellen verbannt ist, paradoxerweise wieder nach Nachschub verlangt.

Doch es kommt noch schlimmer

Hätte Getreide lediglich einen Einfluss auf das Gewicht, wäre das ja noch egal. Aber Getreide birgt viel grössere Gefahren. Sie sind längst bekannt, werden aus ersichtlichen Gründen aber nicht verbreitet.

Unser Immunsystem

shutterstock_257560822

Zunächst einmal sollten wir alle wissen, dass sich der Hauptsitz unseres Immunsystems im Darm befindet. Ist der Darm gesund, so hat man auch in der Regel auch ein intaktes Immunsystem. Leider gibt es in der klassischen, permanent empfohlenen Ernährung Inhaltsstoffe, die die Gesundheit des Darmes überaus negativ beeinflussen. Vielen mag es seltsam vorkommen, dass gerade das viel gelobte Getreide und auch Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen, Erdnüsse…) zu eben genau diesen Nahrungsmitteln gehören. Getreide und Hülsenfrüchte genießen immer noch den Ruf, gesund zu sein, was aber definitiv nicht der Fall ist, auch nicht für den noch gesunden Menschen, ohne nennenswerte Darmprobleme oder Autoimmunkrankheiten.

Diese Lebensmittel verfügen über so genannte Antinährstoffe. Das sind Substanzen, die versuchen, die Pflanze vor deren Konsum zu schützen. Jeder Organismus besitzt ein solches Verteidigungssystem. Da Pflanzen nicht weglaufen können, wehren sie sich – also ihre eigenen Samen – mit eingebauten Substanzen gegen Räuber. Der Verdauungstrakt von Vögeln, die Getreide seit Urzeiten konsumieren, ist an diese Substanzen gewöhnt. Der Mensch hingegen konsumiert Getreide erst seit der Einführung von Ackerbau vor etwa 10.000 Jahren, was angesichts einer 2,5 Millionen Jahren Evolutionsgeschichte und unserer 160.000 Jahre alten Homo Sapiens DNS ein Wimpernschlag ist.

Die Antinährstoffe im Getreide sind längst bekannt:

Lektine

sind phytochemische Toxine die das Korn gegen das UV Licht schützen sollen. Es gibt verschiedene Arten von Lektinen, einige davon sind nicht schädlich. Problematisch in dieser Kategorie sind die Prolamine und Agglutinine, die durchaus als toxisch betrachtet werden können. Sie greifen die empfindliche Darmschleimhaut im Dünndarm an und zerstören die Mikrovilli, ein bürstenähnlicher Schutzwall, der eigentlich dafür sorgen soll, dass der Inhalt des Darmes nicht in den Körper dringen kann. Doch genau das passiert wenn dieser, sehr empfindliche, Schutzwall gestört wird: der Darm wird durchlässig und lässt die darin enthaltenen Nahrungspartikel in den Körper, wo diese natürlich als Fremdkörper bekämpft werden. Die Aminokettensäuren aus diesen Nahrungspartikeln ähneln den Aminokettensäuren der eigenen Zellen. Der Körper attackiert so nicht nur die aus der Nahrung stammenden Aminosäuren sondern auch die der eigenen Zellen. Diesen gefährlichen Prozess nennt man Molekulare Mimikry. Es wird vermutet, dass Lektinproteine in Nerven, Leber oder Schilddrüse eindringen können und somit zB. die Immunkrankheiten Hashimoto und Fibromalgie auslösen können.

Gluten

Heute in aller Munde und von vielen, manchmal sogar mit einer gewissen Dosis Spott, als Mode-Allergen verschrien. Gluten ist ein grosses Protein dank dessen man mit Getreide Teig zubereiten kann (Gluten = „kleben“ in Latein und Pasta kommt von Weizen”paste”). Von Natur aus wäre Getreide nämlich überhaupt nicht klebrig. Das eigentliche Urkorn war zum Backen oder konsumieren völlig ungeeignet. Um es dennoch zu verwerten und den Jäger und Sammler, der wir genetisch eigentlich sind, sesshaft zu machen, wurde auf einmal Ackerbau betrieben. Da der Weizen im Laufe der letzten 50-100 Jahre durch Kreuzungen mit verschiedenen Gräsern immer weiter hochgezüchtet wurde, so dass immer ertragreicher (und billiger!) wird und man zudem alles mögliche damit anstellen kann, ist heutzutage aber wesentlich mehr Gluten in den Körnern enthalten (in einigen Sorten bis zu 50%!!!), als dies ursprünglich von der Natur vorgesehen war. Der heutige Weizen hat mit dem Urkorn nichts mehr zu tun und kann damit durchaus als gentechnisch veränderte Pflanze angesehen werden. Unser moderne Weizen hat 42 Chromosomenpaare, zu biblischen Zeiten („Unser täglich Brot gib uns heute…“) hatte er 14! Die dazwischenliegende Veränderung ist vom Menschen gemacht, nicht von der Natur!

Die Dosis macht das Gift

shutterstock_355548551

Gluten ist hochallergen und die Tatsache, dass es heute so viele Menschen gibt, die dagegen allergisch sind, hat nichts mit Mode zu tun, sondern zum einen mit der Dosierung und zum anderen mit der Dauer des Konsums dieser Substanz. Gluten ist zudem nicht nur in Weizen enthalten, sondern in vielen anderen Getreidesorten: Roggen, Gerste, Dinkel um nur einige bekannte Getreidearten zu nennen. Menschen mit Darmproblemen oder Autoimmunkrankheiten sollten unbedingt auf Gluten verzichten. Wobei die Menschen, die unter Zölliakie leiden, eigentlich die „Glücklichen“ sind, denn dort reagiert der Körper sofort und sammelt keine Punkte auf einem Konto, welches Langzeitschäden verursacht. Gluten spielt eine grosse Rolle bei den Autoimmunkrankheiten Diabetes Typ 1 und Zöliakie.

Phytate

binden sich im Vertrauungstrakt an lebenswichtige Mineralien (Eisen, Zinc, Magnesium, Kalzium…) was dazu führt, dass diese nicht mehr absorbiert werden können. Phytate werden zudem oft im Zusammenhang mit Vitamin D, C, A und B12 Mangel erwähnt. Essen Sie also zB gerne Brot und Nudeln, sollten Sie wissen, dass alle guten Nährstoffe der anderen, möglicherweise gesunden Zutaten gar nicht aufgenommen werden können!

Weizen wird in vielen Studien immer häufiger im direkten Zusammenhang mit Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und vielen Autoimmiunkrankheiten genannt. Zusammengefasst kann man also sagen: Getreide bietet Ihnen keinen Nährwert, vernichtet viele Nährwerte der anderen, gesunden, Lebensmittel die Sie gleichzeitig aufnehmen. Gleichzeitig schädigt es nach und nach Ihren Darm und löst somit Krankheiten auf die oft gar nicht mehr heilbar sind. Warum tun wir uns das an?

Und Vollkorn? Oder glutenfreie Produkte?

Vollkornprodukte bergen dieselben Antinährstoffe, meist sogar mehr da diese sich logischerweise in den Schalen und Hülsen der Körner befinden.

So genannte „glutenfreie“ Varianten sind meist industriell zubereitete Lebensmittel mit anderen fraglichen Zutaten, meist sehr viel Zucker. Sie sind ebenfalls aus vielen Gründen keine Alternative zu einer ausgewogenen Ernährung auf der Basis von Gemüse, Obst und tierischem Protein (bei artgerechter Haltung!) und Nüssen.

Gemüse hingegen bietet immer ausreichend Ballaststoffe, Kohlenhydrate, Mineralien und Vitamine und ist eine wesentlich nahrhaftere Energiequelle als Getreide, da die Mikronährstoffe auch vom Darm aufgenommen werden können. Industrielle Lebensmittel hingegen enthalten immer chemische Zusatzstoffe, fast immer auch Gluten in irgendeiner Form und in der Regel viel zu viel Zucker. (damit wir auch schön brav weiteressen!)

Ersetzen Sie Getreide und Hülsenfrüchte einfach durch gesundes Biogemüse. Gemüse hat nicht nur Geschmack, sondern liefert Ihnen genau das, was die industrialisierten Lebensmittel Ihnen versprechen. Ohne Risiken und Nebenwirkungen.

Empfehlenswerte Bücher zu em Thema

It starts with food, von Dallas et Melissa Hartwig

Alle Bücher von Dr.William Davis

Alle Bücher von Dr. David Perlmutter