Sorry, this entry is only available in German and French. For the sake of viewer convenience, the content is shown below in one of the available alternative languages. You may click one of the links to switch the site language to another available language.

Endlich geht es weiter, heute mit dem 3. Kapitel der Rubrik:

Irrtümer, Schwindel und Mythen.

Die 10 grössten Lügen der Lebensmittelindustrie.

und, wie versprochen, folgendem Thema:

(Zu viel) Fleisch ist ungesund. Wirklich?

shutterstock_104360954

Mein Leben ist ein Streichelzoo!

Jede Kuh, die es sich gefallen lässt, wird gestreichelt, jede Ziege, jedes Lamm. Meine Spaziergänge dienen nicht nur dazu, den Kontakt zur Natur zu genießen, sondern auch um eine Verbindung zu den Tieren herzustellen. Da, wo es mir nicht gelingt, physischen Kontakt aufzunehmen, was bei wild lebenden Tieren ja eher die Regel ist, wird zumindest mit ihnen „geredet“. Oder fotografiert. Am Anblick eines anmutigen Eichhörnchens, eines majestätischen Mäusebussards oder eines flinken Fuchses ergötze ich mich stets mit einer Art Verzückung wie man sie heutzutage fast nur noch von Kindern kennt. Katzen und Hunde liegen mir – nach einigen vorsichtigen Schnuppersekunden – zu Füssen. Der Tierarzt meines Vertrauens hat mir strikt verboten, meinen Katzen lebendige Mäuse zu kaufen, da er mir zutrauen würde, dass ich mit einer schwerverletzten Maus auf seiner Türschwelle auftauchen könnte mit der Bitte, sie zu retten. Obwohl ich weiss, dass es gegen die Natur ist. Ich rede auch mit Tieren. Na und??? Ja, ich gebe es zu: ich bin ein 100%tiger Tiermensch!

shutterstock_136615955

Eigentlich sollte ich Vegetarierin sein!

Es gibt tatsächlich eine ganze Menge, durchaus lobenswerte Motivationsgründe, diese Lebenseinstellung in Erwägung zu ziehen. Zum einen die hier oben erwähnten emotionalen Gründe. Dann die so genannten moralischen oder politischen Gründe. Das Thema Massentierhaltung und Tiertransporte: Abscheulichkeiten die sich in der „Tierwelt“ nur der Mensch zu Schulden hat kommen lassen. Es ist absolut beschämend, wozu wir Menschen in der Lage sind – nicht nur gegenüber unserer eigenen Artgenossen sondern auch – und vor allem – gegenüber den wehrlosen Tieren.

Es gibt keinen Grund, keinen einzigen, Massentierhaltung oder Tiertransporte zu rechtfertigen! Sie gehören eindeutig zum Thema Vernichtung der Erde durch den Menschen. Zudem sind ihr Fleisch, bzw. ihre „Erzeugnisse“ gar nicht mehr gesund: dadurch dass die Tiere nicht mehr als Tiere sondern „Produkte“ oder „Produktionsstellen“ behandelt, gehalten und gefüttert werden, sind sie krank. Wenn wir dieses Fleisch, deren Eier oder ihre Milch konsumieren, essen und trinken wir deren Stresshormone, die schlechten Fette auf Grund der falschen (weil billigeren) Fütterung, Farbstoffe, Wachstumshormone, sogar Antibiotika. Damit Fische, Hühner, Kühe, Schweine nicht durch ihre Exkremente oder andere Viren, Keime oder sonstige Krankheiten sterben bevor sie unter grausamsten Umständen abtransportiert und geschlachtet werden, werden sie mit Medikamenten und anderen chemischen Stoffen vollgestopft. Die Säurepegel von falsch gefütterten Tieren haben eine desaströse Wirkung auf unsere Knochen und Knorpel. Lachs der schön dunkelrosa ist, wurde mit Farbe gefüttert. Maishühner sind kranke Tiere, auch wenn sie uns als besonders gesund (und somit auch besonders teuer) verkauft werden, denn Hühner sind keine Vegetarier, sie sind Allesfresser. Die Liste der Abscheulichkeiten im Dienst der Fleischindustrie ist unendlich lang, traurig und beschämend. Alles, um die Preise zu drücken, im Sinne der “Geiz ist geil” Kultur.

Wenn Sie den Preis kaufen und nicht die Qualität, dann machen Sie da mit!

shutterstock_255477874

Ja! Ich sollte wirklich eine Vegetarierin sein!

Ich verstehe die Menschen, die auf Grund dieser Tatsachen, die leider eher die Regel als die Ausnahme sind, die Entscheidung treffen, fleischlos zu leben. Veganer verzichten ja sogar noch auf die Erzeugnisse von Tieren, wie z.B. Eier oder Milchprodukte. Auch ihre Motivgründe sind edel und verständlich. Das was uns als Bilder zur Verfügung gestellt wird, stimmt! Alle Gräueltaten im Bezug auf Massenzucht sind korrekt dargestellt. Und wahrscheinlich gibt es sogar noch schlimmere Dinge, deren Anblick wir – so lange wir noch etwas Herz haben – gar nicht ertragen könnten.

Es muss aufhören. Unbedingt!

Hätte ich nur die Wahl zwischen Folterfleisch und Vegetarismus, wäre ich wohl auch ein Vegetarier, auch wenn es nicht im Einklang mit unserer Genetik und unserem Verdauungssystem ist und auf Dauer schlecht für unsere Gesundheit ist. Denn, wie bei jeder Medaille gibt es auch hier eine Rückseite: so sehr wir das auch möchten, der menschliche Körper ist nicht dazu geeignet, sich nur von Getreide, Gemüse und Obst zu ernähren. Zudem wird der exklusive Anbau von Getreide, also einjährigen Gräsern, auch auf Kosten Fauna und Flora gemacht. Ganze Arten sind dabei bereits vernichtet worden. Der Mutterboden, der mehrjährige Pflanzen bevorzugt, muss gepflügt und sein Innenleben abgetötet werden. Es gibt fast keine Hasen mehr, weil es mehr Felder gibt als Büsche in denen sie sich verstecken können. Jedes Jahr werden Tausende von Kaninchen und andere wild lebende Tiere von Mähmaschinen und Pflügen zerrissen. Es gibt unzählige Tierarten die zu Gunsten der Landwirtschaft unwiederbringlich verschwunden sind. Ganze Flüsse sind weg. Damit auch ihre Fauna. Landstriche wurden verändert. Die Tiere wurden von ihrem Land, das sie auf natürliche Art und Weise düngen, verbannt und in Tierfabriken (!!!) zusammengepfercht. Nun muss das Land mit künstlichem Dünger – aus Erdöl – “fruchtbar” gemacht werden und verliert Jahr für Jahr mehrere Zentimeter Mutterboden. Eine weitere, unwiederbringliche Gräueltat. An der Natur. Die Massentierhaltung ist eine Konsequenz aus der im Übermass betriebenen Landwirtschaft. Hier in Luxemburg hält sich das Ganze noch in Grenzen. In Amerika ist es eine einzige Katastrophe. Und das Handelsabkommen TTIP wird dafür sorgen, dass uns bald ein ähnliches Schicksal droht!

Die Alternative?

Editable vector silhouettes of cavemen hunters on patrol

Auf Grund mangelhafter Information war ich eine sehr lange Zeit ein Jagdgegner und habe damit den einen oder anderen Jagdbefürworter in den Wahnsinn getrieben. Sorry, hier kommt die offizielle Entschuldigung. Heute schäme ich mich für meine Unwissenheit. Wir kommen aus Afrika und sind etwa 6-7 Millionen Jahre alt. Unsere opponierbaren Daumen und unser omnivores Verdauungssystem haben dazu geführt, dass wir von den Bäumen stiegen und uns von den Überresten der von wilden Tieren erlegten Beute ernähren konnten. Wir assen zunächst vornehmlich Hirn und Knochenmark, also sehr fetthaltige Eiweisse die unserer Hirne überproportional haben wachsen lassen. So konnten wir auf einmal Waffen herstellen und die Tiere ab und zu auch mal selbst erlegen. Ja: Der Mensch, bis vor 10.000 Jahren, war Jäger und Sammler: er sammelte die Früchte mehrjähriger Pflanzen und ergänzte diese Kost mit dem gelegentlich erlegten Tier, je nachdem wo er lebte war dies ein Fisch oder ein Landtier. Die Landwirtschaft mit ihren einjährigen Gräsern (Körner, Mais, Soja…) entstand eher durch Zufall. An dieser Wahrheit gibt es nicht den geringsten Zweifel, sie ist archäologisch belegt. Der Mensch ass das was er benötigte und was er innerhalb eines Tages zu Fuss erreichen konnte.

shutterstock_391084825

Die Lebensmittelbeschaffung lag statistisch gesehen bei 17 Stunden pro Woche. Der Rest war: faulenzen, Sonne tanken, das Leben geniessen und dafür sorgen, nicht selbst gefressen zu werden. Heute arbeiten die meisten von uns ca. 40 Stunden pro Woche oder mehr. Die meisten von uns eingepfercht in Büros, Geschäftsautos und andere klimatisierte Gebäude, weit weg von der Natur und ihrer eigenen Wahrheit. Dort gibt es keine Emotionen. Der anmutige Bussard hat kein Mitleid mit der Maus die er erbeutet, allerdings pfercht er auch keine 1000 Mäuse in einen Schuhkarton um sicher zu sein, dass er die nächsten Monate davon leben kann, ohne sich dafür bewegen zu müssen! Ein Hühnchen mag seine Artgenossen zwar, frisst sie aber auf, wenn sie sterben. Unsere Überreste nach unserem Ableben, würden ebenfalls von der Natur gegessen, nämlich von den Pflanzen selbst und den (Mikro)Organismen im Mutterboden. Wir stehen nicht – wie öfters dargestellt – an der Spitze der Lebensmittelkette, sondern die Lebensmittelkette ist ein Kreis. Wir haben nur entschieden, diesen Kreislauf zu zerstören.

Wozu brauchen wir denn überhaupt Fleisch?

shutterstock_138421859

Nun, Fleisch von gesunden Tieren aus Weidehaltung, also artgerecht ernährt, liefert wertvolles Eiweiss und gesunde Fette.

Zunächst das Eiweiss

Wir selbst bestehen vollständig aus Eiweiss: von den Knochen, zu den Muskeln, Arterien, Haare, Nägel, Haut …. alles Eiweiss. Diese Struktur muss erhalten und kontinuierlich repariert werden. Proteine helfen bei der Verdauung. Proteine liefern Energie. Proteine transportieren das Cholesterin im Blut und bewahren uns vor Herzkrankheiten. Eiweiss enthält, nebst anderen wichtigen Eigenschaften Aminosäuren. Von den 20 existierenden Aminosäuren können nur 12 (bei Kindern 11) vom Körper hergestellt werden, die anderen sind essenziell: sie müssen dem Körper zugeführt werden, denn er kann sie nicht selbst herstellen. Eiweisse aus Quellen wie Fleisch, Milch, Käse, Eier, Bohnen oder Erbsen werden vom Verdauungssystem in ihre Aminosäuren aufgebrochen und dann dem Organismus den Bedürfnissen entsprechend zugeführt. Der menschliche Körper bildet kontinuierlich genau jene Bausteine die er gerade für die unterschiedlichen Prozesse benötigt,  wie zum Beispiel rote Blutkörperchen oder Muskeln aufbauen. ALLE diese “Rohmaterialien” müssen dem Körper gleichzeitig zur Verfügung stehen, damit er richtig funktionieren kann. Die wichtigsten Wörter in den letzten beiden Sätzen lauten: ALLE und GLEICHZEITIG. Fehlt eine der 9 so ist das, als würde man ein Buch lesen und dabei aber jede 9. Seite weglassen.

shutterstock_66486028

Das Ziel einer ausgewogenen Ernährung muss also immer das sein, dem Körper ALLE benötigten Aminosäuren GLEICHZEITIG zuzuführen damit er stets die Bausteine bilden kann, die er für sein Funktionieren benötigt. Verschiedene Proteinquellen liefern aber unterschiedliche Proportionen an Aminosäuren, die diesem Anspruch nicht immer ganz gerecht werden. Eier und Fleisch bieten jedoch alle 9 essenziellen Aminosäuren gleichzeitig an. Auch die Muttermilch, beste Quelle für das Wachstum eines Kleinkindes, ist so eine perfekte Kombination und bedient sämtliche Bedürfnisse eines Säuglings auf einen Schlag. Direkt hinter der Muttermilch kommt das Ei. Und zwar das ganze Ei – nur das Eiweiss oder nur das Eigelb zu essen, führt dazu, dass bestimmte Nährwerte fehlen – es ist die Kombination von allem, die den Wert des Eis ausmacht. Die Natur hat sich schon etwas dabei gedacht. Eier sind zudem keine Quelle von Cholesterin oder Herzleiden – auch wenn sich das Gerücht weiterhin hartnäckig hält. Sie brauchen sich um Ihren Eierkonsum, wenn er denn ausreichend ist, keine Sorgen zu machen. WIRKLICH NICHT!

Pflanzliche Eiweisse

shutterstock_380569111

Ja, die gibt es! Weizen, Bohnen, Soja, Nüsse …. es gibt unzählige Möglichkeiten, Eiweisse aus Pflanzen zu beziehen. Allerdings, muss man, um die PERFEKTE Kombination (der 9 essentiellen Aminosäuren) zu erzielen, mehrere Pflanzen gleichzeitig miteinander verzehren und davon auch relativ grosse Mengen. Denn es gibt keine einzige Pflanze, die das vom Körper benötigte, vollständige Eiweiss liefert. Man kann aber trotzdem auf 100% der 9 essentiellen Aminosäuren alleine auf der Basis von Pflanzen kommen. Der Nachteil ist lediglich, dass unsere Mägen dafür nicht gross genug sind und uns – weil wir sonst nichts anderes essen können – andere Nährwerte fehlen. Zudem sind in den genannten Pflanzen (Soja, Getreide, Hülsenfrüchte und Reis) viele Antinährstoffe enthalten, die zum einen schädlich sind für den Darm und zum anderen die Aufnahme von Mineralien verhindern. Zudem enthalten diese Proteinquellen aber auch Unmengen an Kohlenhydraten (=Zucker!), die den Insulinspiegel durcheinander bringen, was auf Dauer wieder zum metabolischen Syndrom führt.

shutterstock_279310304

Soja, ursprünglich kein Lebensmittel sondern ein Dünger, beinhaltet so viele Hormone (Isoflavone) dass die Zunahme von einer grösseren Portion dem Hormongehalt von 5-6 Antibabypillen gleichzeitig entsprechen kann. Es gibt glücklicherweise schon Länder (Schweiz, Frankreich, Israel…), da ist Soja in Babynahrung mittlerweile verboten, bzw. strengen Auflagen unterworfen. Liest man sich das Buch The Whole Soy Story von Kaayla Daniels durch, dann rührt man dieses Zeug und seine Endprodukte (Tofu, z.B.) nie wieder an! Soja ist ein industrielles Abfallprodukt, welches uns durch geschicktes Marketing “schmackhaft” gemacht wurde. Denn wirklich lecker ist Tofu ja nicht! Warum wohl werden Tofu Produkte so lange verarbeitet (und die Verarbeitungsprozesse, bzw. Zusätze sind haarsträubend!) damit sie nach irgend etwas schmecken, was man halbwegs essen kann? Warum imitiert Tofu dabei meist den Geschmack von … Fleisch? JA, warum wohl???

Zudem müsste man Weideland, also Gras – die einzig richtige Futterquelle von Weidetieren – in Felder mit einjährigen Gräsern umwandeln, was unweigerlich zu einer ökologischen Katastrophe führen würde. Und das für minderwertigere Proteinquellen, schlechtere Gesundheit und … man würde damit die Tiere noch weiter von ihren natürlichen Plätzen verscheuchen. Felder mit einjährigen Gräsern müssen bewässert werden – wenn kein Fluss in der Gegend ist, muss das Wasser von irgendwo herkommen… Ist ein Fluss in der Gegend … nun dann muss er “entwässert” werden, die Feuchtgebiete um den Fluss herum, eine wichtige Komponente der Natur, trockengelegt werden …. Die Konsequenzen einer rein getreidebasierten Ernährung sind gravierend. Der Kreislauf wird immer weiter zerstört.

Die Lösung…

home

… kann also nur die sein, auf artgerecht ernährte tierische Proteine aus der Gegend zurückzugreifen. Essen Sie nur das, was in Ihrer Gegend auch wächst. Achten Sie darauf, dass die Tiere ein gutes Zuhause hatten und nicht mit Getreide gefüttert (gemästet!) wurden. Wenden Sie sich an Verbände die Sie aufklären. Es gibt einige Bio-Siegel, nicht alle haben denselben Standard! Hier in Luxemburg gibt es die Interessengemeinschaft Biomaufel. Informieren Sie sich! Gesund essen ohne Fauna und Flora zu vernichten ist möglich!

Wie oft? Wieviel?

Eiweiss kann nicht gelagert werden, es wird sofort in seine Bestandteile zerlegt und genutzt. Mit anderen Worten: das zugeführte Protein wird kontinuierlich zerlegt, also “zerstört” um die natürlichen, metabolischen Prozesse zu gewährleisten. Essen wir ein Stück Fleisch am Sonntag, können wir die darin enthaltenen Proteine nicht am Dienstag nutzen. Im Schnitt werden 0.33 Gramm reines Protein pro Kilogramm Körpergewicht “zerstört”, also metabolischen Zwecken zugeführt. Dies muss also ersetzt werden, und zwar konstant. Der Bedarf an Protein hängt nicht nur davon ab, wie schwer man ist sondern auch, wie aktiv man ist. Wieviel Muskelmasse versorgt werden muss. Ob eine Schwangerschaft vorliegt. Oder ob Wachstum (Kinder, Teenager oder Muskelaufbau bei Erwachsenen) eine Rolle spielt. All dies bedeutet aber noch lange nicht, dass wir morgens, mittags und abends ein Steak verdrücken müssen! Schliesslich ergattert auch der beste Jäger nicht jeden Tag einen Hasen. An den weniger erfolgreichen Tagen musste der Jäger von dem Gesammelten leben oder … fasten.

Und dann wäre da ja auch noch das Fett…

shutterstock_292013300

Proteine müssen mit der richtigen Menge Fett konsumiert werden. Die richtige Menge Fett in Kombination mit der richtigen Menge an Proteinen lässt den Cholesterinspiegel sogar sinken! Wobei Cholesterin nicht problematisch ist, im Gegenteil. Und natürlich kommt es darauf an, welche Fette es sind: gesättigte, tierische Fette (von gesunden Weidetieren!) sind gesündere Fette als mehrfach ungesättigte Fette aus Pflanzenölen!

Redet man von Fett, redet man auch über …. Vitamine. Der Körper benötigt, wie wir alle wissen, wichtige Vitamine. Die Vitamine A, D, E und K sind fettlösliche Vitamine. Sie können also nur mit Fett transportiert werden. Echtes Vitamin A kommt zudem NUR in tierischen Nahrungsquellen vor UND benötigt zudem Fett, um resorbiert zu werden. Es gibt also keine pflanzlichen Vitamin A-Quellen. Vitamin D entsteht aus Cholesterin und wird erst durch eine ausreichende Zufuhr von SONNENSTRAHLEN in das wichtige, krebsschützende Vitamin D umgewandelt.

shutterstock_212944696

Die besten, da umfangreichsten, Quellen für Vitamin D sind tierisch: Lebertran, Leber, Eigelb, Fettfische und Butter. Aber ohne Sonne beeinflusst man nur seinen Cholesterinspiegel, nicht aber – vor allem nicht im ausreichenden Maße – den lebenswichtigen und krebsschützenden Vitamin D Spiegel. Sonne ist Lebenselixier. Zu wenig davon schadet und ist … krebserregend! Es gibt in Sachen Sonne einige wichtige Regeln zu beachten aber komplett darauf verzichten, bzw. sich nur noch mit einem 100%tigen Sonnenschutzmittel vor die Tür zu wagen, ist auch ungesund!

Vitamin E ist wichtig für Fortpflanzung und die Gesundheit der Herzgefäße. Vitamin K ist unabdingbar für die Blutgerinnung und den Erhalt der Knochendichte. Leber, fermentiertes Essen und Blattgemüse liefern Vitamin K2. Allerdings hat sich herausgestellt, dass das Vitamin K aus Blattgemüse nicht effizient genutzt werden kann.

Wir benötigen tierische Fette mit ihren gesättigten Fetten um Cholesterin zu liefern. Es ist mittlerweile anerkannt, dass Cholesterin extrem wichtig ist – so wichtig, dass der Körper es zwar auch selbst herstellen kann, aber nicht in ausreichender Menge. Vergessen Sie nicht: es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von gesättigten Fetten und Herzkrankheiten. Wir wurden belogen! Cholesterin ist enorm wichtig für das Funktionieren unseres Gehirns! Es ist die Nervennahrung schlechthin und sorgt dafür, dass ausreichend Serotonin produziert wird. Und dann wäre da ja noch das wichtige Vitamin B12 ohne das Sie erblinden oder Hirnschäden erleiden können. Ein Vitamin B12 Mangel führt zu Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten und steht im Verdacht, ebenfalls mit Alzheimer im Zusammenhang zu stehen. Und, dreimal dürfen Sie raten: es gibt keine nicht tierischen Quellen für Vitamin B12.

Sich als Mensch artgerecht zu ernähren…

shutterstock_251594866

… bedeutet nicht, sich nur noch von Fleisch und Eiern zu ernähren! Menschen die den Primal oder Paleo Lebensstil leben, werden oft als fleischfressende Monster dargestellt. Sind wir aber nicht! In unserer Ernährungspyramide verzichten wir vor allem auf industrielle “Lebensmittel”, Getreide und Hülsenfrüchte (wegen den Antinährstoffen, den leeren Kalorien und dem katastrophalen Einfluss auf den Insulinpegel). Im Paleo Lebensstil verzichtet man – im Gegensatz zum Primal – Esser – zusätzlich auf Milchprodukte. Das ist eine sehr persönliche Entscheidung: der Mensch ist das einzige Tier, das die Milch von einem anderen Säugetier konsumiert. Diese Milch ist ja eigentlich dazu da, ein Kalb wachsen zu lassen und wenn Sie sich mal so ein Kalb anschauen und das, was später daraus entsteht, dann kann man sich schon die Frage stellen, ob wir als “kleine”, aber bereits ausgewachsene Menschen so ein dicht bepacktes Nahrungsmittel brauchen. Ungefähr 50% der Menschen in unseren Breitengraden sind aber mittlerweile lactosetolerant und wenn Sie nicht zu den 50% gehören, denen der Konsum von Milchprodukten grössere Verdauungsschwierigkeiten bereitet, dann spricht nichts gegen das eine oder andere Milchprodukt – vollfett natürlich, denn nur dort finden Sie das vor, was Sie bei der Milch suchen! Ansonsten: lassen Sie es einfach. Es wird Ihnen auch ohne Milch an nichts fehlen! Aber bitte: egal welchen tierischen Produkte: IMMER und OHNE AUSNAHME, aus artgerechter Weidehaltung!

Lektüre

So ein ausführlicher Artikel entsteht nicht ohne das Lesen und Studieren von Büchern und Studien. Falls Sie die hier dargestellte Materie vertiefen möchten, so kann ich – ohne jegliche Einschränkung – nur das Buch “Ethisch essen mit Fleisch” von Lierre Keith empfehlen. Nein: ich MUSS es Ihnen empfehlen! Das Buch liest sich fast wie ein Krimi, leider entspricht aber alles der Wahrheit und klärt Sie auf intelligente, ausführliche und einfühlsame Weise auf über das, was in unserer Welt in Punkto Ernährung schief läuft.