Fit, Gesund, Glücklich

Ein Lifestyle auf Lebenszeit

Häufig, wenn ich danach gefragt werde, was die Paleo oder Primal Lebenseinstellung ist, wird diese Frage insgeheim doch noch mit einigen Vorurteilen, zumindest einer gewissen Skepsis begleitet.

Für die einen ist Paleo eine Trend-Diät, wonach man danach doch wieder zunimmt.

Für die anderen isst man dabei viel (zu viel) Fleisch.

Dann gibt es noch die, die glauben dass das alles doch gar nicht schmecken und Spass machen kann und zudem auch noch ziemlich umständlich, möglicherweise ja doch ungesund ist.

Ach ja: teuer ist es natürlich auch, oder? Dieser ganze Bio-Kram …

Heute versuche ich, mit diesen Vorurteilen aufzuräumen

Für die regelmässigen Besucher auf dieser Seite ist die Information nicht neu: ich habe mich für Paleo entschieden NACHDEM alle modernen Trend-Diäten versagt und erheblichen Schaden in Sachen Gesundheit angerichtet hatten. Auch wenn ich über 30 überschüssige Kilos für immer abgeschüttelt habe, war meine Motivation damals nicht die Verfolgung eines Schönheitsideals, sondern die Wiederherstellung meiner Gesundheit.

Das ist mir mit Paleo auch gelungen!

Tatsächlich rückte die Angst um meine Gesundheit ästhetische Ansprüche erst einmal weit in den Hintergrund. Damals wusste ich noch nicht, dass in Wirklichkeit alles zusammenhängt. Die Gesundheit bestimmt das individuelle Idealgewicht, folglich auch die Tatsache ob man zu dick oder zu dünn ist! Die Verfolgung irgend eines Schönheitsideals, welches möglicherweise überhaupt nicht zu unserem persönlichen Profil passt, riskiert sogar, unser wertvollstes Gut – unsere Gesundheit – zu ruinieren! Wie so viele wusste ich damals nicht, dass Übergewicht auch „nur“ ein Symptom ist. Und zwar im berühmten „tödlichen Quartett“ welches aus den 4 potentiellen Problemen besteht: Übergewicht (vor allem am Bauch), Diabetes (oder auch schon die Vorstufe Insulinresistenz), Bluthochdruck und schlechte Blutfettwerte.

Hippocrates

Hat man mindestens 3 dieser 4 Symptome angesammelt, dann hat man einen soliden Grundstein für Herz-, Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle und letztlich Herzinfarkt gelegt. Sie sind für die meisten Todesfälle in unserer Gesellschaft verantwortlich, weit vor Unfällen (weswegen man in der Steinzeit sehr früh starb) oder normale Altersschwäche. Man stirbt aber nicht „plötzlich und unerwartet“ an einem Herzinfarkt oder Hirnschlag! Diese Todesfälle, so plötzlich wie sie uns auch erscheinen mögen, benötigen eine langjährige Vorbereitung. Leider sind immer noch viele aktuelle Ernährungsempfehlungen daran beteiligt.

Das Positive am Symptom Über- oder Untergewicht im Vergleich zu den anderen Risikofaktoren ist: es ist sichtbar! Man braucht dafür keine aufwändigen Analysen auf sich zu nehmen! Das Übergewicht ist nicht schuld an den modernen Krankheiten, sondern ebenfalls „nur“ eine Konsequenz eines, beziehungsweise zwei anderen Schuldigen: falsche Ernährung und zu wenig (und falsche) Bewegung. Begrüssen Sie also erst einmal die Tatsache, dass irgend etwas Sie an Ihrem Spiegelbild stört (es sei denn, sie haben unrealistische Ansprüche), das kann neben dem Gewicht auch Ihr Hautbild oder ihr Haar sein. Denn der Körper zeigt Ihnen, dass sie ihn falsch behandeln und Sie können etwas dagegen tun. Sie haben es selbst in der Hand.

Wie sieht es beim Paleo/Primal Lifestyle aus im Bezug auf Fleisch?

Auf Grund der gesundheitlichen Tragödie in unseren so genannten „Entwicklungsländern“ suchen immer mehr Leute nach Lösungen. Um dem aktuellen Tempo und der Gier in unserer Gesellschaft gerecht zu werden, soll dies aber natürlich möglichst schnell, günstig und unkompliziert gehen. Schliesslich hat man ja keine Zeit und man will sein Geld für wichtigere Dinge, wie zum Beispiel das neueste Smartphone, ausgeben. Darauf hat man ja dann auch eine Gesundheits-App ….

Keto, Primal, Paleo, Vegan, Vegetarisch, Low-Carb, Dukan, Atkins, Trennkost, Weight-Watchers, Intervallfasten … vieles davon habe ich ausprobiert und über alles habe ich – auch im Zusammenhang mit meinem Studium – unglaublich viele Fachbücher gelesen und ausgiebig darüber nachgedacht.

Bei jedem Ansatz gibt es Aspekte, die absolut vertretbar sind aber auch solche mit denen ich nicht unbedingt konform gehe. Daraus habe ich letztlich meine eigene, aufgeschlossene Version von Paleo gemacht, mit der sogar Veganer und Vegetarier sich anfreunden könnten, mit der ein Trennkost-Fan zurecht kommt und die Sie auch nicht davon abhält, Trennkost, Keto oder Intervallfasten zu betreiben. Hauptsache, Ihre Gesundheit und die Umwelt (Fauna und Flora) kommen dabei nicht zu Schaden.

Meine Hauptkriterien insbesondere auf die frischen Zutaten sind: BIO, LOKAL, SAISONAL, UNVERARBEITET, ZUCKERFREI (industrieller Zucker), ARTGERECHT und genetisch unverändert. Ich vermeide zudem Produkte aus Monokulturen weil diese massgeblich an der Vernichtung von Fauna und Flora beteiligt sind. Viele Getreidearten (auch Vollkorn) sind durch gezielte Züchtung und falsche (zu schnelle) Zubereitung so schädlich, dass ich lieber ganz die Finger davon lasse.

An Tagen an denen ich kein lokales Fleisch (oder andere tierische Eiweissquellen) aus artgerechter Haltung finde, gibt es bei mir „nur Gemüse“! An solchen Tagen bin ich dann eben ein Teilzeit Veganer oder Vegetarier und es macht mir auch nichts aus! Ein Veganer erscheint mir übrigens wesentlich konsequenter als ein Vegetarier da letzterer in meinen Augen mit seinem Konsum von Milchprodukten zur lebenslänglichen Ausbeutung eines Tieres beiträgt und ihm am Ende – wenn es „ausgedient“ hat – noch nicht einmal die letzte Ehre erweist, es dann auch zu essen und sich für die „vollständigen“ Proteine bei ihm zu bedanken. Man sollte nicht vergessen, dass das durch Milch zugeführte Eiweiss vermehrt mit Osteoporose in Verbindung gebracht wird. Das tierische Eiweiss in Kuhmilch wird vom Menschen (logischerweise) nicht korrekt verarbeitet, da es auf das Wachstum eines Kalbs ausgerichtet ist.

Auch ich mag die (nicht paleokonformen) Hülsenfrüchte, wie zum Beispiel Linsen, Kichererbsen und Bohnen. Wegen ihrer Phytate und Lektine (so genannte Antinährstoffe) gehe ich damit aber sehr sparsam um: sie sind und bleiben für mich seltene Ausnahmen. Verfolgt man zudem auch noch konsequent den lokalen Gedanken und möchte seinen Eiweissbedarf dennoch durch diese pflanzliche (unvollständige) Eiweisse (Soja, Linsen, Kichererbsen, Mandeln …) abdecken dann muss man zugeben: unsere Gegend bietet viele dieser pflanzlichen Eiweissarten gar nicht lokal an. Man muss sie zudem raffiniert miteinander kombinieren, damit man ein vollständiges Aminosäurencocktail erhält. Ein strenger Veganer sollte am Ende mit Vitamin B12 supplementieren, das es nur in tierischen Quellen gibt.

Ich betrete seit 2012 keine klassischen Supermärkte mehr!

Meine Bezugsquellen für die frische Nahrung sind demnach: kooperative Gärten, Biobauern, ein vertrauenswürdiger Jäger und Biometzger. Ich kaufe keine fertigen Produkte und bereite alles selbst zu. Ja, auch wenn es schnell gehen soll und auch wenn ich für 15 Leute oder mehr koche! Was die haltbaren Zutaten betrifft, wie Hanfmehl, Hanfsamen, Leinmehl, Leinsamen, Leinöl, aber auch nicht lokale Zutaten wie Olivenöl, Mandel- oder Kokosmehl und -öl usw. kommen für mich stets nur die bio und fair trade Varianten in Frage. Teuer sind BIO-Lebensmittel nur, wenn es viele Zwischenstellen gibt, insbesondere bei industriell vorgefertigten Lebensmitteln: Zubereitung, Verpackung, Transport, Lagerung…. Sobald Sie allerdings nur Frisches essen, vom Garten auf den Teller, entfallen diese Kosten, Zudem erkennt der Körper nach einiger Zeit die zugeführten Mikronährstoffe und reaktiviert Hormone wie das Leptin, das für die Sättigung sorgt (im Gegensatz zu Ghrelin, welches den Appetit fördert). Zudem reagiert er weniger häufig mit Insulinausschüttungen weil weniger Zucker auf dem Teller landet. Alles in allem sparen Sie auf einmal viel Geld – mal abgesehen von dem Geld das sie später nicht ausgeben müssen um die Gesundheit wieder herzustellen, was letztendlich nur geht, indem Sie am Ursprung der Krankheit ansetzen und nicht bei der kurzfristigen Behandlung der Symptome.

Die Paleo-„Freaks“ die sich gerne als „eingefleischte“ Karnivoren darstellen ärgern mich aber am meisten!

Und davon gibt es leider eine ganze Menge! Sie tragen in meinen Augen nichts zur entspannten Unterhaltung um eine gesunde Ernährung bei! Wenn man einer Phantasie einfach mal freien Lauf lässt, dann kann man sich sicher auch vorstellen, wie es wohl gewesen wäre, hätte man vor 40.000 Jahren hier in „Luxemburg“ gelebt. Die Lebensumstände waren mit Sicherheit rau, unbarmherzig, gar lebenswidrig, Doch wir haben überlebt. Und wir sind genetisch praktisch unveränderte Homo Sapiens‘.

Weil wir von Natur aus so ausgerichtet sind, uns möglichst energiesparsam zu bewegen, um jederzeit vor etwas weg- oder hinter etwas herlaufen zu können, haben wir mit Sicherheit mehr gesammelt als gefangen!

Wir haben keine Reserven angelegt (und 5 Salamis im Sonderangebot für 10 EUR gekauft), da wir (noch) nicht sesshaft waren und demnach nicht mehr getötet als wir essen und tragen konnten. Und wir haben uns auch mit Sicherheit nicht verfressen, denn sonst wäre das Weglaufen vor einer Gefahr schwierig gewesen. Diese Gene tragen wir seit Millionen Jahren in uns und auch wenn es kleine Veränderungen gab, so sind wir genetisch gesehen grösstenteils immer noch der Homo Sapiens, der vor etwa 60.000 Jahren Ostafrika, die Wiege der Menschheit, verlassen hat.

Durch den tendenziell höheren Schwefelgehalt wird zu viel Fleisch bekanntlich in Zusammenhang mit einem erhöhten Säurehaushalt im Körper gebracht Dies wird allerdings relativiert, wenn dem Körper gleichzeitig basisch wirkende Lebensmittel wie Gemüse zugeführt werden. Gemüse neutralisiert zu einem grossen Teil die potentiellen Nachteile vom Fleisch – vorausgesetzt, es ist frisch, bunt, unverarbeitet und die Menge stimmt. Ohne diesen Ausgleicheffekt gleicht unser Körper den pH-Wert selbst aus und zwar indem er seine Kalziumspeicher entleert. Dies kann man auch mit Milch nicht wettmachen, sondern laut aktuellen Studien eher noch beschleunigen.

Auf meinem Teller befindet sich also stets ca. 80% Gemüse, der Rest ist – soweit verfügbar – Fleisch, Eier, Geflügel, Fisch aus artgerechter Haltung und Fütterung. Obst hat, wie Sie der Paleo Pyramide entnehmen können, übrigens nicht denselben Stellenwert wie Gemüse, alleine schon wegen seinem hohen Zuckergehalt. Hier in Luxemburg gibt es übrigens auch viel mehr Obst im Supermarkt als in der Natur … komisch, oder? Meine Ernährungspyramide stellt dies lediglich aus Platz Gründen nicht perfekt dar, Ich wollte aber eine Pyramide haben, weil wir uns auf diese Art der Darstellung gewöhnt haben.

Paleo – Lebensmittelpyramide

PS: zum Thema artgerechte Ernährung: Hühner sind Allesfresser und Kühe fressen von Natur aus Gras und kein Getreide (Pansen), Getreide ist für Vögel (Kropf!). Wir haben weder Pansen noch Kropf 😉.

Bei Paleo geht es aber nicht nur ums Essen!

Bei weitem nicht! Es geht um die Beeinflussung hormoneller Einflüsse, auch durch unsere tägliche Bewegung.

Sie haben es vielleicht schon aus den vorangegangen Zeilen herausgelesen: zur Nahrungssuche waren wir stets unterwegs, bewegten uns aber möglichst schonend, um jederzeit die notwendige Energie aufbringen zu können, vor etwas weg- oder hinter etwas herzulaufen, sich mit Konkurrenten auseinander setzen zu können, zu klettern, etwas zu heben ….

Wir waren permanent ohne Sonnenschutzcrèmes unterwegs und das mit Sicherheit ohne Schuhe, übertriebene Hygiene und waren von der digitalen Welt auch noch nicht so abgelenkt, dass mir mit den nächsten Generationen auch noch spielen konnten. All diese Elemente finden – auf vollkommen moderne Art und Weise – ebenfalls ihren Weg in unseren heutigen Alltag: viel Bewegung, einige Kraftübungen, ein- oder zwei Sprints pro Woche reichen vollkommen aus. Spiel, Spass und Spannung, sowie ein gesunder Schlaf und Entspannung für die Regeneration runden das ganze Konzept ab. Vergessen Sie das Barfusslaufen nicht sowie die Tatsache, dass eine übertriebene Hygiene auch ungesund sein kann!

Paleo Fitnesspyramide

Die Sache mit dem Schlaf funktioniert übrigens am besten, wenn wir der Sonne mehr Respekt zollen: der Sonnenuntergang sorgt für Melatonin (Schlafhormon) im Körper, der Sonnenaufgang sorgt für Serotonin (Glücks und Wachhormon). Blaulicht durch ein Handy, TV oder Computer stören den Melatonin-Haushalt und das Schrillen des Weckers wenn es noch dunkel ist, sorgt für Adrenalin (Stresshormon). Zu viel Ausdauersport, insbesondere ohne Abwechslung (das tägliche Joggen…) sorgt für ein Zuviel an Cortisol (ebenfalls ein Stresshormon) welches ebenfalls den Schlaf so wie auch die Gewichtsregulierung stört.

Sie merken: unsere Gesundheit und am Ende also auch das Idealgewicht werden maßgeblich von Hormonen bestimmt, viel mehr als von Kalorien.

Mit den richtigen Signalen allerdings stehen unserer Gesundheit, Fitness und am Ende unserem Glück nichts mehr im Weg. Und dabei kann uns eine Anlehnung an den prähistorischen Menschen, vor unserer Einflussnahme auf die Natur und Umfeld, eine enorme Hilfe sein.

Bei mir klappt das zumindest hervorragend!

Nathalie

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